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Interview mit Dr. Jörg Hohendahl zu seinem „klinisch-neurologischen Untersuchungskurs im Säuglingsalter“

[08.02.2016]

In Bochum fand dieses Wochenende der „klinisch-neurologische Untersuchungskurs im Säuglingsalter“ von Dr. Jörg Hohendahl statt. Wir haben den Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin sowie leitenden Arzt für den Bereich Entwicklungs- und Neurorehabilitation an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Ruhr-Universität Bochum nach dem Kurs interviewt.

Herr Dr. Hohendahl, Sie haben erstmals einen „klinisch-neurologischen Untersuchungskurs im Säuglingsalter“ für osteopathisch tätige Therapeuten gegeben. Wie lautet ihr fachliches Fazit?
Aus meiner Sicht drei ausgesprochen arbeitsintensive Tage, dies stellt sich mir aus Sicht des Dozenten, aber auch aus der Reflektion der Kursteilnehmer so dar. Es ist uns gelungen neben den wesentlichen theoretischen Inhalten auch sehr aktiv bei praktischen Übungen in die notwendige Tiefe zu gehen. Besonders hilfreich und den Teilnehmern hoffentlich in bleibender Erinnerung waren dabei gemeinsame Videoanalysen und die Untersuchung von Säuglingen mit unterschiedlichen Entwicklungsauffälligkeiten bis hin zu neurologischer Pathologie.

Warum halten Sie es für wichtig, dass Osteopathen, die mit Säuglingen und Kindern arbeiten, die Inhalte dieses Kurses beherrschen?
Die Osteopathie ist ein wichtiger Bestandteil bei der Behandlung von Säuglingen mit Entwicklungsauffälligkeiten, -störungen bis hin zu –behinderungen. Seriös behandeln kann dies nur der, der auch die grundlegende Symptomatik dieser Kinder kennt und richtig zu interpretieren versteht.  

Wie wichtig ist ein solcher Kurs in Hinblick auf die Differentialdiagnose und die interdisziplinären Zusammenarbeit mit Kinderärzten, Neuropädiatern und Manualmedizinern?
Der Kurs vermittelt in vollem Umfang die Basis der korrekten klinisch-neurologischen Untersuchung des Säuglings. Er gibt klare Hinweise und Handlungsanweisungen wann und warum der interdisziplinäre Kontakt mit den in Ihrer Fragestellung aufgeführten medizinischen Fachdisziplinen gesucht werden muss. Und es erleichtert entscheidend den gegenseitigen Gedanken- und Informationsaustausch untereinander. So wird die Osteopathie mit sicher wesentlich mehr Seriosität beurteilt werden.

Teilnehmen durften ausschließlich heilkundlich praktizierende Osteopathen. Warum haben Sie die Heilerlaubnis zur Teilnahmevoraussetzung gemacht?
Auch ich verfolge die aktuellen berufspolitischen Entwicklungen, die grundsätzlichen juristischen Urteile der jüngsten Vergangenheit mit großem Interesse. Ärztliche Diagnostik und diagnostische Algorithmen, wie sie unser Kurs vermittelt, gehören einzig in die Hände der Heilkunden.

Kommendes Wochenende findet der Kurs ein zweites Mal statt, ist aber bereits ausgebucht. Werden Sie den Kurs bald neu anbieten?
Das enorme Interesse an dem Kurs, die große Aufmerksamkeit der Teilnehmer und der gemeinsame Spaß beim Lernen verlangen dies buchstäblich. Darum werde ich sehen wie mein zeitliches Kontingent zukünftige Wiederholungen des Kurses möglich machen kann. Aber auch dazu werden wir sicherlich im guten Dialog bleiben, den wir erfolgreich haben anstoßen können.

Herr Dr. Hohendahl, vielen Dank für das Interview. Wir freuen uns auf zukünftige Wiederholungen Ihres Kurses.

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Berufsvereinigung für heilkundlich praktizierte Osteopathie, hpO.