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In zwei Wochen soll das dritte Pflegestärkungsgesetz verabschiedet werden

[17.11.2016]

In zwei Wochen ist es soweit: Anfang Dezember wird der Bundestag in zweiter und dritter Lesung über das dritte Pflegestärkungsgesetz (PSG III) debattieren und dieses verabschieden. Mitte Dezember folgt dann der zweite Durchgang im Bundesrat, am 1. Januar 2017 soll das neue Gesetz in Kraft treten.

Noch kennen wir nicht die Beschlussempfehlung des Gesundheitsausschusses. Wir wissen also nicht, ob der Änderungsantrag der Koalition, der die Aufnahme der Osteopathie in die Physiotherapieausbildung vorsieht, vom Gesundheitsausschuss angenommen worden ist und dem Bundestag empfohlen wird.
 
Wir haben dagegen argumentiert, sind berufspolitisch aktiv und haben u.a. gemeinsam mit unseren Kollegen, den Osteopathen in Hamburg, OiHH, die Ausschussmitglieder einzeln angeschrieben und vor einer Gefährdung der Patientensicherheit ausdrücklich gewarnt, sollte der Änderungsantrag Gesetz werden.
 
Bereits jetzt versuchen Physiotherapieverbände ihre Mitglieder für die Osteopathie zu begeistern. So bietet der Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten, IFK, seinen Mitgliedern bundesweit Themenabende zur Osteopathie als „Schlüssel zum Erfolg“ an:

„(...) Unterstützt von neuen Erkenntnissen aus der Neurophysiologie zeigt sich, dass viele Behandlungstechniken über dieselben Regelkreisläufe ablaufen. Dabei muss das therapeutische Interesse immer dem organischen Gesamtsystem gelten, also nicht nur dem Bewegungsapparat, sondern auch unseren sensorischen Systemen und der psycho-vegetativ-somatischen Achse. Die optimale Anregung der Selbstheilungskräfte geht also über die Anwendung einzelner Behandlungstechniken hinaus und ist auch eine Frage des Verständnisses der Zusammenhänge.“
 
Wenn Physiotherapieverbände wie der IFK sich anschicken, ihre Mitglieder in Osteopathie einzuweisen und weiterzubilden, laufen die nichtärztlichen Osteopathieverbände und -schulen Gefahr, berufspolitisch wie fachlich die Hoheit über die Osteopathie zu verlieren.    
 
Das Problem ist leider hausgemacht. Wer seit Jahrzehnten eine einheitliche Regelung für „jahrelang in Osteopathie ausgebildete Physiotherapeuten“ vom Gesetzgeber fordert, ohne jemals erklärt zu haben, wie diese konkret aussehen soll, darf sich nicht wundern, wenn die nun wohl Gesetz werdende Regelung ihm nicht gefällt. 
 
Die Politik hätte hingegen ihre Hausaufgaben gemacht, frei nach dem Motto, „Ihr wolltet eine gesetzliche Regelung für Physiotherapeuten, jetzt habt ihr sie.“

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Berufsvereinigung für heilkundlich praktizierte Osteopathie, hpO.