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Landesärztekammerpräsident irrt in Sachen Osteopathie

[19.10.2017]


Dr. med. Max Kaplan
Morgen beginnt in Rosenheim der diesjährige Bayerische Ärztetag.
Nun hat sich im Vorfeld der Präsident der Bayerischen Landesärztekammer Dr. med. Max Kaplan zu Wort gemeldet und laut aertzeblatt.de vor einem Studiengang Osteopathie gewarnt: „Die Einführung beispielsweise eines Universitätsstudiengangs im Fach Osteopathie könnte dazu führen, dass Kranke nicht die Behandlung erhalten, die sie benötigen.“
 
Laut Kaplan sei es denkbar, „dass Kranke künftig zu einem Osteopathen mit Universitätsausbildung gehen, etwa weil sie Rückenschmerzen spüren. Tatsächlich könnte dahinter aber beispielsweise eine Herzkrankheit stehen, die ein Osteopath möglicherweise nicht erkennt.“
 
Deshalb wolle man auf dem Bayerischen Ärztetag „über die Grundsatzfrage diskutieren, ob Deutschland neue Parallelstrukturen schaffen will, ‚mit den damit verbundenen Risiken für die Patientensicherheit’.“

„Da argumentiert Dr. Kaplan mit vielen ‚Könnte’ und bringt einige Dinge durcheinander“, kommentiert Jürgen Gröbmüller, erster Vorsitzender der hpO, die Aussagen des Landesärztekammerpräsidenten.
 
Denn Osteopathie ist Heilkunde und ihre Ausübung nur Ärzten und Heilpraktikern vorbehalten. Die von Dr. Kaplan genannten Osteopathen sind daher, soweit sie sich an Recht und Gesetz halten, Ärztekollegen oder Heilpraktiker. Weshalb ausgerechnet diese ihre Patienten von benötigten Behandlungen abhalten sollten, ist nicht nachvollziehbar.
 
In der Osteopathie wird zudem immer der gesamte Patient untersucht, auch wenn dieser beispielsweise nur wegen Rückenschmerzen seinen Therapeuten aufsucht. Daher ist es sehr unwahrscheinlich, dass gerade ein Osteopathie praktizierender Therapeut nicht auch eine Herzerkrankung als mögliche Ursache für Rückenschmerzen vermuten oder erkennen würde.
 
Und schließlich stellt sich die Frage, warum ausgerechnet ein Universitätsstudiengang als höchste Form der fachlichen Weiterbildung die Patientensicherheit gefährden sollte.
 
„Hinsichtlich der befürchteten Parallelstrukturen kann man Dr. Kaplan aber beruhigen“, so Gröbmüller. „Ein eigener Beruf Osteopath, der Osteopathie als Heilkunde im Primärkontakt praktiziert, gibt es nicht und wird es auch nicht geben. Denn dafür haben wir bereits Ärzte und Heilpraktiker sowie ein Heilpraktikergesetz, dass die Ausübung von Heilkunde regelt. Es liegt an den Behörden, dies zu überprüfen und zu überwachen.“

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Berufsvereinigung für heilkundlich praktizierte Osteopathie, hpO.