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VOD unterbindet Informations- und Meinungsvielfalt

[09.11.2017]

Das Angebot an Fachzeitschriften zum Thema Osteopathie ist übersichtlich:
auf der einen Seite die „Osteopathische Medizin“ aus dem Elsevier Verlag und auf der anderen Seite die DO. Deutsche Zeitschrift für Osteopathie“ aus der Thieme Verlagsgruppe (Haug Verlag).

Daher waren Begeisterung und Idealismus einer handvoll Kollegen groß, als sie in Zusammenarbeit mit der Thieme Verlagsgruppe (Thieme Verlag) eine dritte Fachzeitschrift auf den Markt bringen wollten. Die neue Zeitschrift erhielt den Titel „osteopathisch“ und erschien das erste Mal im Mai diesen Jahres.
 
Auch wenn die „Osteopathische Medizin“ unser Verbandsorgan ist, haben wir die Herausgabe der neuen Zeitschrift sehr begrüßt. In unserer Anzeige in der ersten Ausgabe der „osteopathisch“ hieß es: „Eine neue Zeitschrift für mehr fachlichen Diskurs in der Osteopathie. Willkommen, „osteopathisch“, wir wünschen gutes Gelingen!“ 
 
Doch bereits nach der zweiten Ausgabe war Mitte August Schluss.
Von Verlagsseite hieß es dazu offiziell, dass das Konzept der Zeitschrift zwar auf gute Resonanz im Markt gestoßen sei, sich aber derzeit inhaltlich nicht ausreichend von anderen Publikationen im Markt differenziere.
 
So richtig dieses Argument auch ist, der eigentliche Grund wurde verschwiegen: Der Verband der Osteopathen Deutschland, VOD, hatte seine ca. 4500 Abonnements der „DO. Deutsche Zeitschrift für Osteopathie“ zu Jahresende gekündigt und erklärte sich nur unter der Vorrausetzung, dass die „osteopathisch“ eingestellt werde, zur Rücknahme seiner Kündigung bereit. So wurde die Thieme Verlagsgruppe genötigt, die „osteopathisch“ einzustellen.
 
Doch damit nicht genug: Für sein eigenes Verbandsorgan „DO. Deutsche Zeitschrift für Osteopathie“ schreibt der VOD der Thieme Verlagsgruppe vor, welche Anzeigenkunden künftig nicht mehr in der Zeitschrift inserieren dürfen.
 
Natürlich überrascht es uns als hpO wenig, von diesem Bann getroffen zu sein. Aber wir sind nicht der einzige Verband, der künftig nicht mehr in der „DO. Deutsche Zeitschrift für Osteopathie“ inserieren darf.

Dass diese Einmischung des VOD in die Anzeigengeschäfte des Verlages rechtlich angreifbar ist, wird der VOD bald einsehen müssen.

Unabhängig davon ist es betrüblich zu sehen, wie der größte Osteopathieverband in Deutschland die Informations- und Meinungsvielfalt in der Osteopathie unterbindet – vorerst.

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Berufsvereinigung für heilkundlich praktizierte Osteopathie, hpO.