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Osteopathie bei Zahnimplantaten (OSTEOPATHIE 4-2019)



Stichworte:Zahnarzt, Zähneputzen, Zahnersatz, Füllungen, Kronen, Implantat, Kieferknochen, ambulant, örtliche Betäubung, Zahnkrone, Brücke, Knochen, Muskel, Gefäße, Nerven, Gewebe, obere Brustwirbelsäule, Immunsystem, Stressachsen, sympathisches Nervensystem, Arterie, Venen, Lymphe, Dehnung, Haltestrukturen, Unterkiefer, Mund, Mundboden, Drucktechniken, Zunge, Gaumen, Halsmuskulatur, Nackenmuskulatur, Schultergürtel, Blockaden, Muskelhartspann, Kopfschmerzen, Kieferschmerzen, Brustmuskeln, Schultermuskeln, Faszien, Unwinding, post-operative Schwellung, Austrittsstelle, Durchtrittsstelle, Nebennieren, Antibiotika, Darmflora, Entgiftung

Für manche Menschen ist der Gang zum Zahnarzt eine eher ungeliebte Notwendigkeit, die gerne so lange wie möglich hinausgezögert wird. Regelmäßiges Zähneputzen, professionelle Zahnreinigung - bestenfalls zweimal jährlich - und die tägliche Verwendung von Zahnseide und Dentalbürstchen unterstützen die Mundhygiene und Zahngesundheit erheblich. Früher oder später kann aber auch bei bester Vorsorge und Pflege die Notwendigkeit eines Zahnersatzes bestehen.

Insbesondere wenn einzelne Zähne nicht mehr durch Füllungen oder Kronen zu versorgen sind, wird durch den Zahnarzt häufig das Einsetzen eines Implantats empfohlen. Bei diesem zahnärtzlichen Eingriff kann eine osteopathische Behandlung sinnvoll sein und zu einer schnellen und folgenlosen Erholung beitragen.

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Was ist ein Implantat?

Durch den Zahnarzt können künstliche Zähne als Ersatz für die natürlichen Zähne in den Kiefer gesetzt werden. Dabei wird ein dübelartiger Implantatkörper im Kieferknochen verankert. Auf diese künstliche „Zahnwurzel“ wird dann der Zahnaufbau gesetzt (z. B. Krone, Brücke oder Prothese). Eventuell festgestellte Zahn- oder Zahnfleischerkrankungen müssen vorab durch den Zahnarzt behandelt werden und ausheilen.

Wenn der Kieferknochen gesund und stark ist, kann die künstliche Zahnwurzel eingesetzt werden. In der Regel geschieht dies ambulant. Eine örtliche Betäubung verhindert Schmerzen während der Behandlung. Es kann zwischen drei und sechs Monaten dauern, bis das Implantat fest mit dem Kieferknochen verwachsen ist. Erst dann wird das Verbindungsstück und die neue Zahnkrone oder Brücke eingesetzt.

Bei einer Operation oder einem Eingriff, wie dem Einsetzen eines Implantats, werden die unterschiedlichsten Körperteile beeinflusst: der Knochen des Ober- oder Unterkiefers mit seinen Gefäßen, Nerven, Geweben und Muskeln, die muskulären Strukturen des Kopfes, des Gesichts, des Halses und Nackens sowie der oberen Brustwirbelsäule.

Das Immunsystem wird schon allein bei dem Gedanken an den bevorstehenden Eingriff aktiviert. Die Stressachsen (vor allem sympathisches Nervensystem und Nebennieren) werden auf „Alarm“ gestellt. Das hat ummittelbare Auswirkung auf die Gefäßsituation der Arterien, Venen und Lymphe.

Je freier die Gefäße sind, je geringer der Druck auf die Gewebe vor dem Eingriff ist, um so schneller ist der Operations- und Heilverlauf.

Wo wird vor dem zahnärztlichen Eingriff osteopathisch gearbeitet?

Der osteopathisch arbeitende Therapeut kann das Kiefergelenk von außen durch Dehnung der Haltestrukturen (Bänder, wie z.B. das Ligamentum laterale) lockern. Die Stellung des Unterkiefers kann durch leichten Druck auf den horizontalen Teil des Knochens oder durch rhythmische Bewegungen von außen verbessert werden. Teilweise wird der Therapeut auch in den Mund fassen, um einen besseren Halt zu bekommen und somit eine zielgerichtete Bewegung durchführen zu können. Bei am Kiefer ansetzenden Muskeln oder bei der Muskulatur des Mundbodens können punktuelle Drucktechniken mögliche Verspannungen auflösen. Die Zunge wird häufig unbemerkt an Zähne oder Gaumen gepresst und kann Verspannungen im Mund, über die Hals- und Nackenmuskulatur bis zu dem Schultergürtel verursachen.

Warum ist eine osteopathische Behandlung nach dem Eingriff sinnvoll?

Nach dem Eingriff - in der Regel kurz nach dem Ziehen der Fäden - wird der Heilungsverlauf kontrolliert und zusätzlich eventuelle Verspannungen und Blockaden durch die physische und psychische Belastung zeitnah behandelt. Das Risiko von Folgeerkrankungen, wie z.B. Muskelhartspann der Schulter-/Nackenregion, Blockaden in Hals- und Brustwirbelsäule, Kopf- oder Kieferschmerzen können so minimiert werden.

An Hals-, Brust- und Schultermuskeln bietet sich häufig das Ausstreichen von Faszien an. Sollten diese Gewebe in Muskelnähe knotenförmig verklebt oder verbacken sein (hyperton), dann kann diese Stelle mit einer Druck- oder Zugtechnik ausgestrichen werden. Diese Technik ist deutlich spürbarer als das sehr sanfte “Unwinding“ (sog. Entwirrungstechnik).

Sollten trotz der Vorbereitung post-operative Schwellungen entstehen, werden diese durch Lockerung der Gewebe reduziert. Belastete Nerven können an ihren Aus- und Durchtrittsstellen entspannt und beruhigt werden - häufig durch das oben genannte „Unwinding“.

Nicht zuletzt kann das vegetative Nervensystem über die Nervenstränge nahe an der Brustwirbelsäule und die Stressorgane Nebennieren gezielt behandelt werden.

Sofern es zu einer Antibiotika-Gabe kam, sollte auch dem Magen-Darm-System besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Neben einer osteopathischen Behandlung kann gegebenenfalls Unterstützung durch Entgiftung, Ausleitung und Aufbau der Darmflora auf natürliche Weise angeboten werden.

Zusammengefasst kann sich die Koordination von Zahnmedizin und Osteopathie positiv auf die Vorbereitung und Durchführung eines zahnärztlichen Eingriffs sowie auf den Heilungsverlauf auswirken.

Gut qualifizierte Osteopathiepraxen finden sie bei der hpO: www.hpo-osteopathie.de/therapeutenliste


Fragen & Antworten zur Osteopathie

Frage: Anne S. aus Düsseldorf fragt: „Ich möchte gern zu einem Osteopathen. In meiner Stadt steht gefühlt an jeder zweiten Haustür ein Schild mit Osteopathie. Wie finde ich einen seriösen Experten?“

Antwort: „Liebe Anne, schauen Sie dazu mal auf die Homepage der Kolleginnen und Kollegen.
Zwei Dinge sind entscheidend: Die notwendige Weiterbildung in Osteopathie und die rechtliche Befähigung Osteopathie praktizieren zu können.
Denn als Heilkunde darf Osteopathie nur von Ärzten und Heilpraktikern ausgeübt werden.  
Heilpraktiker sollten  eine mindestens 4-jährige berufsbegleitende Weiterbildung in Osteopathie abgeschlossen haben oder 4 Jahren in Vollzeit. Bei Ärzten sollte die Weiterbildung mindestens 700 Unterrichtsstunden umfassen.

Und dann kommt es natürlich noch drauf an, was Ihnen wichtig ist.
Wollen Sie lieber von einem Mann oder einer Frau behandelt werden? Haben Sie schon von Empfehlungen durch Freunde und Bekannte gehört? Hat sich ein Kollege in Ihrer Stadt vielleicht auf Ihre Art von Beschwerden spezialisiert? Und welche Osteopathiepraxis ist für Sie gut erreichbar?

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Auswahl.“

Haben auch Sie Fragen zur Osteopathie? Dann schreiben Sie uns an: newsletter@hpo-osteopathie.de


Tipps & Infos
Frühjahrsputz in der Hausapotheke

Auch in ihrer Hausapotheke lohnt sich ein Frühjahrsputz.

Kontrollieren sie die Medikamente, die sie vorrätig haben, einmal auf ihr Verfallsdatum und ob sie sie überhaupt noch benötigen.

Sortieren sie die Medikamente aus, die nach überstandener Krankheit übrig geblieben sind und schließen sie mit diesem Kapitel ihres Lebens ab. Ist das Verfallsdatum eines Medikaments überschritten, sollten sie ebenfalls unbedingt entsorgt werden. Auf der Verpackung jedes Medikamentes finden sie den Hinweis “verwendbar bis…”.
Zu lange gelagerte Medikamente können ihre Wirksamkeit verlieren oder sogar Nebenwirkungen verursachen. Anders als das Mindesthaltbarkeitsdatum bei Lebensmitteln ist das Verfallsdatum bei Medikamenten verbindlich.
Angebrochene Medikamente, zum Beispiel Augen- oder Nasentropfen, haben oft sogar eine deutlich geringere Aufbrauchfrist.
Abgelaufene und nicht mehr benötigte Medikamente lassen sich meist im Hausmüll entsorgen, der dann verbrannt wird. Auf keinen Fall dürfen Medikamente in der Toilette entsorgt werden.

Informieren sie sich zur Sicherheit bei ihrer regionalen Abfallberatung oder in ihrer Apotheke, wie die Medikamente am besten zu entsorgen sind.

App des Monats:
Siegelklarheit

Haben sie bei der Vielfalt von Nachhaltigkeits- und Fairtradesiegeln auch den Überblick verloren?

Wie aussagekräftig ein Siegel ist, lässt sich mit der App Siegelklarheit überprüfen.
Mit dieser App können sie zum Beispiel Siegel auf Kleidungsstücken, Lebensmitteln oder Elektrogeräten einfach direkt mit ihrem Smartphone einscannen oder aus einer Liste heraussuchen.

Sie erhalten im Anschluss fundierte Informationen zu Glaubwürdigkeit, Umweltfreundlichkeit und Sozialverträglichkeit des Produktes.

Die App entstand auf Initiative der Bundesregierung und soll nachhaltigen Handel stärken.

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