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Wenn der Darm Beschwerden macht (OSTEOPATHIE 6-2019)



Stichworte:Darmerkrankungen, Stress, falsche Ernährung, Verdauungssystem, Blut, Lymphe, Bindegewebe, Nervensystem, Störung, Hohlorgan, Dünndarm, Dickdarm, Zwölffingerdarm, Leerdarm, Krummdarm, Kohlenhydrate, Einweiße, Fette, Vitamine, Salze, Wasser, Immunsystem, immunaktive Schicht, Blinddarmentzündung, Bauchraum, Rippenbogen, After, Mastdarm, Elektrolyte, Darmflora, Fermentation, Gekröse, Bauchwand, Darmwand, Darmnervensystem, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse, Krämpfe, Schmerzen, Blähungen, Durchfall, Verstopfung, Darminfekt, Nahrungsmittelunverträglichkeit, Operation, Vernarbung, Verwachsung, Reizdarmsyndrom, Autoimmunerkrankungen, Hirn-Darm-Achse

Immer mehr Menschen sind von Darmerkrankungen geplagt. Stress, falsche, einseitige oder unregelmäßige Ernährung ziehen gerade auch das Verdauungssystem in Mitleidenschaft, was in der Folge auch das Allgemeinbefinden erheblich beeinträchtigen kann. Gerade die Osteopathie bietet hier sanfte, ganzheitliche und wirkungsvolle Therapiemöglichkeiten an.
 
Da die Osteopathie vor allem die Struktur betrachtet, liegt ein Hauptaugenmerk bei der Untersuchung auf der Lage, der Befestigung und der Beweglichkeit des Darms. Aus der Sicht der Osteopathie hängt die Funktionsfähigkeit des Darms von einer optimalen Ver- und Entsorgung des Darms durch Blut und Lymphe sowie von einem gut funktionierenden Nervensystem ab. Dies wird durch die Strukturen des Bindegewebes im Bauchraum maßgeblich mitbestimmt. Hier lassen sich auch mögliche Störungen und Beeinträchtigungen aufspüren und unmittelbar behandeln. Auch die Art und Weise, wie sich der Darm selbst anfühlt, gibt darüber Aufschluss, in welchem Bereich er eine Störung aufweist und therapeutische Impulse benötigt.

Ein sehr langes Organ

Der Darm ist ein insgesamt etwa 5,5 - 7,5m langes Hohlorgan im Bauchraum und gliedert sich in mehrere Abschnitte. Eine erste Einteilung erfolgt in Dünndarm und Dickdarm.

Der Dünndarm wird wiederum in die Abschnitte Zwölffingerdarm, Leerdarm und Krummdarm eingeteilt. Neben der Aufnahme von Kohlenhydraten, Eiweißen, Fetten, Vitaminen, Salzen und Wasser, ist der Dünndarm auch der Sitz des darmeigenen Immunsystems, da er von einer immunaktiven Schicht (Peyer Plaques) überzogen ist.

Wer schon mal eine Blinddarmentzündung hatte, kennt die Stelle, an der Dünndarm in den Dickdarm übergeht aus leidlicher Erfahrung, nämlich rechts unten im Bauch. Der hier Grimmdarm genannte Dickdarm, durchzieht den gesamten Bauchraum am Rippenbogen entlang auf die andere Seite des Bauches und schließlich nach hinten, wo er in den Mastdarm übergeht, der den Beckenboden durchstößt und im After endet und für die Entleerung des Darmes zuständig ist. Im Dickdarm geschehen die Aufnahme der Elektrolyte und die Eindickung des Kotes durch Wasserentzug. Die Darmflora sorgt für eine Fermentation des Darminhalts und damit für weitere Abbauprozesse.

Befestigt ist der Darm durch das sogenannte Gekröse (Mesenterium), welches die Ver- und Entsorgungswege für Blut und Lymphe enthält und an der hinteren Bauchwand seine Wurzel hat. Die Darmwand besteht aus drei Schichten: Einer innenliegenden Schleimhaut, einer mittleren Muskelschicht und einer äußeren Bindegewebsschicht. Zwischen diesen Schichten befindet sich das Darmnervensystem.

Lösungen bei zahlreichen Beschwerden

Die Funktion des Darms wird maßgeblich durch die Körperhaltung beeinflusst. Der Darm benötigt seinen Platz um seine Tätigkeit optimal durchführen zu können und seine Versorgung sollte uneingeschränkt funktionieren. Deswegen betrachtet die Osteopathie nicht nur den Darm selbst, sondern auch den Raum in dem er sich befindet sowie seine Befestigungen sehr genau.

Auch alle benachbarten Organe, wie Gallenblase, Bauchspeicheldrüse, die in enger funktioneller Beziehung zur Arbeit des Darms stehen, werden manuell untersucht und behandelt, denn sie stellen wichtige Stoffe für die Verdauungstätigkeit bereit.

Bei Krämpfen, Schmerzen, Blähungen, Durchfällen, Verstopfungen ohne erkennbare organische Ursachen kann gerade die Osteopathie durch sanfte Behandlungstechniken oft schnell Abhilfe schaffen und die Darmtätigkeit wieder in Schwung bringen. Nach durchgemachten Darminfekten, wenn die Verdauung aus dem Takt ist, hilft die Osteopathie die gestörte Verdauung wieder in Harmonie zu bringen und gleichzeitig auch das Immunsystem wieder zu aktivieren.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten können zwar durch osteopathische Techniken nicht geheilt werden, doch wirken sie beruhigend auf den in Aufruhr versetzen Darm und sorgen so für eine Verbesserung des Allgemeinzustands.

Nach Operationen im Bauchraum können im Bindegewebe unerwünschte Vernarbungen oder Verwachsungen entstehen, welche die Beweglichkeit des Darms stören, sich aber mittels osteopathischer Techniken sanft lösen lassen, um die optimale Darmmobilität wieder herzustellen.

Auch bei chronischen funktionalen Darmerkrankungen, wie z. B. das Reizdarmsyndrom, die Patienten oft seit Langem plagen und meist wenig Chancen auf Linderung mit konventionellen Methoden finden, bietet die Osteopathie häufig völlig neue Einsichten, die nicht selten zu einer deutlichen Verbesserung des Leidens führen.

Eine besondere Rolle kommt dem Darm als Immunorgan zu, so dass jede Behandlung des Darms natürlich auch immunologische Aspekte hat, was besonders im Hinblick auf Autoimmunerkrankungen von Bedeutung ist, wie neuste wissenschaftliche Erkenntnisse darlegen.

Die aktuelle Forschung bringt den Darm außerdem mit vielen Erkrankungen des Gehirns in Verbindung, so dass man inzwischen schon von einer "Hirn-Darm-Achse" spricht. Das Nervensystem des Darms und das Gehirn bilden eine enge Funktionseinheit, die in einer bisher ungeahnten engen Wechselwirkung zueinander stehen.

Falls Sie Darmbeschwerden haben: Qualifizierte Osteopathiepraxen finden Sie bei der hpO unter: www.hpo-osteopathie.de/therapeutenliste
Fragen & Antworten zur Osteopathie

Frage: Christel K. aus Senden fragt: "Letzte Woche war ich das erste Mal in einer osteopathischen Praxis zur Behandlung. Vor der Behandlung musste ich einen Vertrag mit mehreren Klauseln unterschreiben. Ist das normal?“

Antwort: „Liebe Christel, ob das normal ist, wissen wir nicht. Sollte es aber sein. Denn ein sogenannter Behandlungsvertrag zwischen Arzt, Heilpraktiker oder anderen Professionen im Gesundheitssystem und Patient kommt bei einer Behandlung immer zustande. Da ist es dann besser, ihn gleich schriftlich festzuhalten.

Der Behandlungsvertrag soll für Transparenz und Rechtssicherheit der Patienten sorgen, ist also zu Ihrem Schutz da. Die Pflichten eines Arztes oder Heilpraktikers werden im Vertrag noch einmal explizit festgelegt:
Aufklärungspflicht über diagnostische Maßnahmen, vorgesehene Behandlungen und eventuelle Nebenwirkungen und Risiken, Dokumentationspflicht Ihrer persönlichen Daten und des Behandlungsverlaufes sowie Schweigepflicht. Auch was Kosten der Behandlung angeht, sind Ärzte und Heilpraktiker zur Aufklärung verpflichtet.

Erst, wenn Sie als Patientin umfassend aufgeklärt sind, können Sie eine selbstbestimmte Entscheidung treffen, ob Sie in eine Behandlung einwilligen. In diesem Sinne macht ein Behandlungsvertrag vor der ersten osteopathischen Behandlung vielleicht etwas Arbeit und wirkt sehr förmlich, ist aber durchaus wichtig und sinnvoll.“

Haben auch Sie Fragen zur Osteopathie? Dann schreiben Sie uns an: newsletter@hpo-osteopathie.de

Tipps & Infos
Fußbad zur Regeneration und gegen  Schweißfüße

Unsere Füße danken uns Pflege und Aufmerksamkeit mit Entspannung und einem befreiten Gefühl. Fußbäder sind dazu besonders geeignet.

Je einen Esslöffel Salbeiblätter und Rosmarinblätter (getrocknet oder frisch), mit einem halben Liter kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen, dann zusammen mit 4 – 5 Esslöffeln Heilerde in eine große Schüssel mit warmen Wasser einrühren.
Alternativ zu den Kräutern können auch 2-3 Tropfen ätherisches Öl von Salbei und Rosmarin verwendet werden.

Die Füße 10 - 15 Minuten baden. Das Fußbad wirkt entspannend und bei regelmäßiger Anwendung desodorierend.

App des Monats:
Refill

Jeden Tag werden Unmengen von Plastikflaschen mit Getränken gekauft. Dabei hat unser Leitungswasser in Deutschland eine sehr gute Trinkqualität.

Mit der App Refill können Sie weltweit Stationen finden, an denen eine Trinkflasche kostenlos mit Leitungswasser nachgefüllt wird. So wird Plastikmüll vermieden und auch noch der Geldbeutel geschont.

Cafés, Büros, Praxen und Geschäfte haben sich bei der App registriert und machen mit. Die Stationen werden in der App auf einer Landkarte angezeigt oder können gesucht werden.

Auch eine Registrierung als Refill-Station ist via App einfach und unkompliziert, falls Sie selber ein Unternehmen führen, wo kostenlos  Wasser nachgefüllt werden kann.

Eine deutsche Version von Refill - allerdings ohne App - finden Sie unter www.refill-deutschland.de

Danke für Ihr Interesse an OSTEOPATHIE. Unser nächste Newsletter erscheint in vier Wochen.
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Redaktion: Sandra Hintringer, Sylvia Kleier, Christoph Newiger, Sandra Pucher, Christine Schreiber
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