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Wenn uns Schwindel aus dem Gleichgewicht bringt (OSTEOPATHIE 7-2019)



Stichworte:Schwindel, Gleichgewicht, Drehschwindel, Schwankschwindel, Benommenheitsschwindel, Sinnesorgane, Gleichgewichtsorgane, horizontale Beschleunigung , vertikale Beschleunigung, Drehbewegungen, Gleichgewichtsnerv, Gleichgewichtszentren, sensorische Informationen, Integration, Augen, taktile Rezeptoren, Propriozeptoren, Körperposition, Rezeptoren, Blockaden, Unbeweglichkeiten, Vestibularorgane, Schläfenknochen, Kiefergelenk, Mobilisation, Manipulation, Weichteiltechniken, Spannungsmuster, Halswirbelsäule, Blutgefäße, Fehlstellung, Blutversorgung, Regelleistung, Satzungsleistung, Sozialversicherungsrecht, Heilpraktikergesetz

Schwindel haben wir alle schon einmal erlebt: nach einer Achterbahnfahrt, beim Anfahren eines Aufzugs, bei einer turbulenten Schifffahrt oder nach einer durchtanzten Nacht. Der Schwindel verschwindet in diesen Fällen automatisch nach einiger Zeit und wir finden unser Gleichgewicht wieder.

Es gibt aber auch Formen von Schwindel, bei denen der Körper sich nicht so schnell und von alleine wieder beruhigt. Drehschwindel, Schwankschwindel oder Benommenheitsschwindel werden zum ständigen Begleiter. Auch, wenn die Ursache meist gutartig ist, sollte länger andauernder oder wiederkehrender Schwindel ärztlich abgeklärt werden.

Schwindel sorgt für Verunsicherung und schränkt die Lebensqualität der Betroffenen ein. Doch was steckt hinter diesen Schwindelarten und wie kann Osteopathie hier helfen?

Wie entstehen Gleichgewicht und Schwindel?

Gleichgewicht ist eine integrative Leistung des Körpers. Mehrere Sinnesorgane sind daran beteiligt, dass wir uns im Gleichgewicht fühlen. Zum einen unsere Gleichgewichtsorgane (Vestibularorgane), die sich jeweils im Innenohr in unserem Schädel befinden. Sie reagieren auf horizontale und vertikale Beschleunigung (Anfahren eines Autos oder Aufzugs) und auf Drehbewegungen (Karussellfahrt) unseres Kopfes. Über den Gleichgewichtsnerv werden Informationen über die Bewegung des Kopfes im Raum an Gleichgewichtszentren zu unserem Gehirn weitergeleitet.

In diesen neurologischen Zentren werden die Informationen aus den Gleichgewichtsorganen und andere sensorische Informationen integriert. Integration bedeutet in diesem Zusammenhang, dass einzelne Informationen untereinander abgeglichen und umeinander erweitert werden, so dass ein Gesamteindruck entsteht. Andere sensorische Informationen, die integriert werden und wichtig für unser Gleichgewichtsgefühl sind, kommen aus den Augen, taktilen Rezeptoren (oberflächliche Hautsensibilität) sowie Propriozeptoren (Tiefensensibilität des Körpers). Sie liefern dem Gehirn Informationen über Spannungen in Haut, Muskeln und Bindegewebe des Körpers und über Veränderungen der Körperposition im Raum. Besonders wichtig für das Gleichgewicht sind die Rezeptoren an der Unterseite der Füße, die das Gehirn im Stand über die aktuelle Unterstützungsfläche informieren. Außerdem kommen den Propriozeptoren der Wirbelsäule eine besondere Bedeutung zu. Alle diese Bereiche müssen einwandfrei funktionieren und das Gehirn muss ausreichend mit Blut versorgt sein, damit wir uns im Gleichgewicht und keine Schwindelsymptome fühlen.

Wie Osteopathie bei Schwindel helfen kann

Befinden sich im Körper Blockaden oder Unbeweglichkeiten, kann dies zu einer fehlerhaften Integration der Gleichgewichtsinformationen im Gehirn führen. Auch eine Festigkeit im Schädel selber, zum Beispiel verursacht durch nächtliches Beißen, kann zu Schwierigkeiten der Gleichgewichtsorgane führen. Die Vestibularorgane sind sicher vor äußeren Einwirkungen im Schläfenknochen des Schädels untergebracht. Genau dieser Schläfenknochen bildet aber auch einen Teil unseres Kiefergelenkes. Blockaden an Schläfenbein und Kiefergelenk und anderen Körperstellen unseres Körpers werden aufgespürt und behandelt. Eine Lockerung des Gewebes kann durch Manipulationen (Einrenken) oder rhythmische Mobilisationen eines Gelenkes oder durch sanfte Weichteiltechniken erreicht werden. Hierbei hört ihr osteopathischer Behandler mit seinen Händen quasi in das Gewebe hinein, erfühlt Spannungsmuster und folgt diesen Spannungen geduldig und gefühlvoll, bis eine Entspannung des Gewebes folgt.

Besonders die Halswirbelsäule ist aus osteopathischer Sicht bei Schwindel oft interessant. Vom Herzen aus verlaufen in ihr die Blutgefäße, die die Gleichgewichtsorgane und das Gehirn mit Sauerstoff versorgen. Die Blutversorgung kann durch eine Fehlstellung eines Wirbels oder eine Unbeweglichkeit in der Halswirbelsäule leicht beeinträchtigt sein. Da sowohl Gehirn als auch Gleichgewichtsorgan sehr empflindlich auf eine veränderte Blutversorgung reagieren, kann es zu einer leichten Fehlfunktion, die sich zum Beispiel durch Benommenheitsschwindel äußert, kommen. Auch hier können durch die osteopathische Behandlung, wie oben beschrieben, Bewegungseinschränkungen gelöst werden, um die Blutversorgung zu harmonisieren.

In unsere heutige Zeit ist es oft nicht immer leicht, das Gleichgewicht zu finden. Sie ist geprägt durch Schnelllebigkeit und eine Vervielfältigung von Möglichkeiten. Ständig müssen wir aus einer Vielzahl von Alternativen Entscheidungen treffen. Unsere Lebenswege sind nicht mehr klar vorgegeben und es kommt häufiger zu Brüchen und Diskontinuitäten im Laufe eines Lebens. Sicherheiten, wie allgemein gültigen Normen und Werte sind zum Teil weggebrochen und es ist nicht immer leicht, eine klare Orientierung zu behalten. Wir sind heute in vielen Bereichen individuell gefordert, Gleichgewicht zu finden: zwischen Arbeit und Muße, Anspannung und Entspannung, Anspruch und Wirklichkeit. Spannungen (auch auf körperlicher Ebene) und Ambivalenzen lassen sich dabei nie ganz vermeiden. Gleichgewicht ist kein fester Zustand, da wir selber und die Welt um uns herum ständig in Bewegung sind. Das Erlangen von Gleichgewicht ist wirklich eine Herausforderung und muss ständig, auch körperlich, neu hergestellt werden. Zögern Sie nicht, sich Unterstützung bei dieser Herausforderung zu suchen. Gut ausgebildete osteopathische Behandler finden sie hier: www.hpo-osteopathie.de/therapeutenliste

Fragen & Antworten zur Osteopathie

Frage: Guido S. aus Dortmund fragt: "Ich war mit Rückenschmerzen beim Osteopathen. Die sind nach einer Behandlung nicht besser. Ich bin unsicher, ob ich nochmal einen Termin vereinbaren soll.“

Antwort: „Lieber Guido, die meisten Rückenschmerzen bahnen sich längere Zeit an, bevor sie akut werden und eben schmerzen. Deshalb braucht es oft auch mehrere Sitzungen, um sie wirksam zu behandeln.

Als Patient mit Beschwerden möchte man natürlich, dass diese lieber heute als morgen wieder weg sind. Leider kann die Osteopathie keine Wunder vollbringen. Zwar hört man immer wieder von Menschen, die nach nur einer osteopathischen Behandlung schmerzfrei waren. Das ist natürlich schön, aber erfahrungsgemäß eher die Ausnahme.

Wenn Sie sich also trotz des ausbleibenden Erfolgs nach nur einer Sitzung in der osteopathischen Praxis gut aufgehoben gefühlt haben, kann es sinnvoll sein, Ihre Rückenschmerzen langfristig mit mehreren Sitzungen anzugehen.

Fragen Sie deshalb bei dem behandelnden Kollegen nach, wie er Ihre Behandlung einschätzt und was er Ihnen vorschlägt. Dann können Sie eine Entscheidung treffen, mit der Sie sich wohl fühlen.“

Haben auch Sie Fragen zur Osteopathie? Dann schreiben Sie uns an: newsletter@hpo-osteopathie.de

Tipps & Infos
"Osteopathie und die gesetzlichen Krankenkassen"

Unser neuestes Patientenvideo ist online! Darin beantworten wir alle wichtige Fragen rund um das Thema „Osteopathie und die gesetzlichen Krankenkassen“! 
 
In nur rund 4 Minuten erläutert wir Ihnen:
  • die Unterschiede zwischen Regel- und Satzungsleistung,
     
  • welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit die Kosten für eine osteopathische Behandlung anteilig erstattet werden
     
  • und den wichtigen Unterschied zwischen Sozialversicherungsrecht und Heilpraktikergesetz.

Im Video erfahren Sie auch, was Sie tun können, wenn Sie an den Ausführungen ihres Sachbearbeiters zur Satzungsleistung Osteopathie zweifeln.

Alles in augenzwinkender Art unterhaltsam aufbereitet und durch animierte Effekten leicht verständlich auf den Punkt gebracht!
 
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Osteopathie und die gesetzlichen Krankenkassen

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