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Karpaltunnelsyndrom - die nervende Hand (OSTEOPATHIE 10-2020)



Stichworte:Karpaltunnelsyndrom, √úberlastung, Handgelenk, B√ľroarbeit, manuelle T√§tigkeiten, Operation, Karpaltunnel, Handwurzelknochen, Retinaculum musculorum flexorum, Nervus medianus, Beugesehne, Fingermuskel, √úberlastung, Entz√ľndung, rheumatischen Erkrankungen, Wucherungen, Zysten, Knoten, Schwellung, Druckerh√∂hung, Unterarmschiene, Physiotherapie, Ultraschallbehandlung, Salben, Medikamente, Injektion, Operation, Osteopathie, Ruhepausen, Gelenkachsen, Handwurzelknochen, Sturz, Artikulationstechniken, Nervus medianus, Halswirbels√§ule, Unterarm, Schraubbewegungen, Ellenbogen, ven√∂se und lymphatische Entsorgung, Muskelfasern, Ausstreichen, faszialen Strukturen, Muskelgewebe, Gef√§√üe, Nervenbahnen, Lymphe, Schl√ľsselbeine, Venenwinkel, Fascia clavipectoralis, Lymphfluss, vegetative Nervensystem, Stress, nervliche Belastung, Angst, Hektik, Parasympathikus, Entspannung, Regeneration, Heilung, craniosakralenr Bereich, Sympathikus, Rippengelenke, Zwerchfell, Brust- und Bauchraum, Gef√§√üfluss, Nervenverl√§ufe, Ober- oder Unterarm, Gef√§√ü- und Organsystem, Handgelenksregion

Fällt im Laufe eines Gesprächs der Begriff „Karpaltunnelsyndrom“, dann winken viele Menschen mit einem Seufzer ab: „Ja, ja, das kenne ich." oder "meine Kollegin ist auch schon operiert worden". Die Beschwerden werden oft im Zusammenhang mit einer Überlastung des Handgelenks gesehen. Überlastungen können zum Beispiel durch viel Büroarbeit oder (ungewohnte) manuelle Tätigkeiten entstehen. Um eine am Ende drohende Operation zu vermeiden, lohnt es sich, den Fokus auf den ganzen Körper zu richten.

Der Karpaltunnel liegt an der Innenseite des Handgelenks, wird von drei Seiten knöchern durch die Handwurzelknochen gebildet und an der offenen Seite durch ein kräftiges bindegewebiges Band (Retinaculum musculorum flexorum) überspannt. Einer der drei wichtigen Armnerven, der Nervus medianus, zwängt sich mit 8 Beugesehnen der Fingermuskeln und der naheliegenden Beugesehne des Daumens durch diesen engen Kanal. Viele Strukturen also, deren Bewegungen auf engstem Raum zu Problemen führen können, wie zum Beispiel schmerzendes Einschlafen der Hände, Taubheitsgefühl der Finger sowie Brennen am Handgelenk, bis hin zu Kraftverlust und Bewegungseinschränkung der jeweiligen Hand.

Als Ursache kommen in Frage: Überlastung des Gelenks, Entzündungen bei rheumatischen Erkrankungen oder Wucherungen an Sehnengewebe, wie beispielsweise Zysten oder Knoten. Diese führen zu Schwellung und Druckerhöhung, wodurch die Strukturen innerhalb des Tunnels beeinträchtigt werden.
 
Die schulmedizinische Behandlung des Karpaltunnelsyndroms bietet sowohl Ruhigstellung durch eine Unterarmschiene, Physiotherapie oder Ultraschallbehandlung als auch entzündungs- und schmerzhemmende Salben oder Medikamente, die teilweise als Injektion in den schmerzenden Bereich verabreicht werden. Wenn die gewünschte Besserung ausbleibt, wird eine Operation empfohlen, bei der das oben genannte bindegewebige Band durchtrennt wird. Hier steht also die Behandlung beziehungsweise die Entlastung des schmerzenden Nervs im Vordergrund. In der Osteopathie wird zusätzlich gefragt: Wie können die Bedingungen für den noch Nerv verbessert werden?
 
Generell gilt: Ausreichende Ruhepausen für das Gelenk, kontrollierte Bewegungen unter Beachtung der Gelenkachsen und Vermeiden plötzlicher, ruckartiger Bewegungen können helfen.

Sofern blockierte Handwurzelknochen, zum Beispiel nach einem Sturz, den Karpaltunnel einschränken, können diese durch Artikulationstechniken mobilisiert und in ihre Ursprungslage zurück begleitet werden.

Der Nervus medianus entspringt aus der Halswirbelsäule. Sollte der Patient also neben Symptomen im Bereich des Handgelenks auch Verspannungen an Schulter und Nacken haben, so ist der Nerv bereits an seinem Verlaufsbeginn vorbelastet und reagiert entsprechend gereizter auf die zusätzlichen Belastungen im Karpaltunnel. In diesem Fall könnte eine Behandlung der Strukturen rund um die Halswirbelsäule den Nerv beruhigen.

Eine weitere Engstelle befindet sich dicht unterhalb der Ellenbogenbeuge - hier läuft ein Ast des Nervus medianus durch die Köpfe des Musculus pronator terres, der für die Drehung des Unterarms zuständig ist. Sollte es hier zu einer Überlastung kommen - zum Beispiel durch häufige Schraubbewegungen (Schraubendreher, Deckel, Ventile) oder intensives Krafttraining, würde eine Behandlung nahe des Ellenbogens eine Entlastung des Nervs bedeuten.

Ist der Bereich des Karpaltunnels bereits geschwollen, so muss insbesondere auf eine ausreichende venöse und lymphatische Entsorgung geachtet werden. Entspannung der Muskeln des gesamten Arms durch Dehnen oder rhythmisches Spannen und Entspannen der Muskelfasern kann helfen. Auch das Ausstreichen von verklebten faszialen Strukturen entlastet Muskelgewebe, Gefäße und Nervenbahnen.

Die Lymphe der Arme fließt nahe der Schlüsselbeine in das venöse System. Dieser Venenwinkel wird von der Fascia clavipectoralis überspannt. Bei Störung dieser Faszie - zum Beispiel bei zu hohem Lymphfluss oder Überlastung des Brustmuskels - wäre der Hauptabfluss der Lymphe des Arms gestört, mit entsprechender Rückwirkung bis hinunter zum Handgelenk.
 
Nur kurz soll der Einfluss des vegetativen Nervensystems erwähnt werden. Ständiger Stress, nervliche Belastung, Angst oder Hektik bringen das vegetative Nervensystem aus dem Gleichgewicht. Eine direkte Stärkung des Parasympathikus, der für Entspannung, Regeneration und Heilung zuständig ist, kann beispielsweise über eine Behandlung im craniosakralen Bereich erfolgen. Eine Beruhigung des Gegenspielers Sympathikus - zum Beispiel über eine rhythmische Behandlung der Rippengelenke nahe der Brustwirbelsäule (rib raise) - trägt ebenfalls zur Balance des vegetativen Nervensystems bei.
 
Sogar das Zwerchfell spielt eine wesentliche Rolle, denn es sorgt für einen Druckausgleich zwischen Brust- und Bauchraum und unterstützt somit den Gefäßfluss.
 
Bei einem Karpalunnelsyndrom sollte nicht nur die eingeschränkte Region rund um das Handgelenk betrachtet werden, sondern auch weit entfernte Bereiche des Körpers, die ursächlich oder zumindest mitverantwortlich für die Belastung sein können. Eine osteopathische Behandlung der Nervenverläufe an Halswirbelsäule, Ober- oder Unterarm, eine Unterstützung des Gefäß- und Organsystems oder eine Beruhigung des vegetativen Nervensystems kann möglicherweise die Handgelenksregion derart entlasten, dass die Symptome erträglich werden und am Ende eine Operation vermieden werden kann.
 
Sollten Sie Interesse an der Osteopathie haben, so finden Sie hier eine Liste von qualifizierten Therapeuten auch in Ihrer Nähe: www.hpo-osteopathie.de/therapeutenliste


Fragen & Antworten zur Osteopathie

Frage: Sieglinde aus Tübingen fragt: "Ich war schon länger nicht mehr bei meiner Osteopathin, bin aber wegen Corona jetzt etwas verunsichert. Schließlich hatte sie mich schon ganz körper- bzw. kopfnah behandelt.“
 
Antwort: „Liebe Sieglinde, Sie tun gut daran, Corona ernst zu nehmen und vorsichtig zu sein. Das wird auch Ihre osteopathische Therapeutin tun.
 
Behandlungen sollten nur mit Mund-Nasen-Schutz erfolgen, der von beiden getragen wird. Ihre Behandlerin wird sich vor und nach der Behandlung gründlich die Hände desinfizieren und Sie auffordern, sich auch die Hände zu desinfizieren, wenn Sie die Praxis betreten. Mindestens vor und nach jeder Behandlung wird der Praxisraum ordentlich gelüftet werden. Wahrscheinlich stehen im Wartebereich die Stühle in einem größeren Abstand zueinander und werden im Bad nur noch Einweghandtücher angeboten. Kurzum, Ihre Behandlerin wird zusätzlich zu den Hygienemaßnahmen, die bereits bestanden, weitere Maßnahmen getroffen haben, um ein Infektionsrisiko in ihrer Praxis so gering wie möglich zu halten.

Fragen Sie einfach vor dem Behandlungstermin, welche Hygienemaßnahmen in der Praxis umgesetzt werden, damit Sie sich auch weiterhin unbeschwert osteopathisch behandeln lassen können.“

Haben auch Sie Fragen zur Osteopathie? Dann schreiben Sie uns an: newsletter@hpo-osteopathie.de

Tipps & Infos
Sitzunterbrechung - kleiner Energieschub für Zwischendurch

Ein sehr einfacher Tipp um ihre Gesundheit zu verbessern, ist eine kleine Steigerung Ihres .

Fitnessstudio, Joggen, 10.000 Schritte am Tag… - wir bemühen uns redlich, unsere Gesundheit durch mehr Bewegung zu erhalten. Für diejenigen unter uns, die gerade ganz wenig Zeit haben, gibt es einen Tipp, der fast überall und mit ganz geringem Aufwand umsetzbar ist: Sitzunterbrechung.
 
Eine Sitzdauer von über 30 Minuten bedeutet für den Körper Stress. Er reagiert mit der Ausschüttung von entzündungsfördernden Botenstoffen, die unser Immunsystem anregen. Anstatt genug Energie für ein schnelles, effektives Arbeiten zu erhalten, verbraucht unser Immunsystem die wertvollen Ressourcen, die dann weder dem Gehirn noch den Muskeln zur Verfügung stehen. Wir können es spüren: Unruhe, Konzentrationsmangel und Verspannungen werden mit der Dauer des Sitzens immer stärker.

Die gute Nachricht: Schon eine Minute hochintensives Bewegen nach einer ununterbrochenen Sitzdauer von 30 Minuten reichen, um die Energie besser zu verteilen. Sind Sie unbeobachtet, dann können Sie beispielsweise Liegestütze machen - stützen Sie die Arme auf eine Couch, am Tisch oder an der Wand ab, sofern die Kraft (noch) nicht für die Übung am Boden mit einem brettflachen Körper reicht. Auch „Hampelmänner“, Kniebeugen, Abfahrtshocke oder schnelles Rennen auf der Stelle mit angezogenen Knien sind tolle Power-Übungen. Fühlen Sie sich dafür zu beobachtet, dann gibt es eine Alternative: Spannen Sie nacheinander die Fäuste, den Bauch, den Po und die Oberschenkel an und halten Sie die Spannung für eine Minute - einfach und effektiv. 
 
Egal, mit welcher Intensität Sie die Minute füllen - alles außer Sitzenbleiben ist erlaubt. Ihr Körper dankt es Ihnen mit einer besseren Konzentrationsfähigkeit, reduzierten Verspannung in Schulter-/Nacken und Rücken und Sie bleiben länger fit und munter. Fast nebenbei haben Sie das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, erhöhte Blutzuckerwerte und Organfett reduziert. Viel Spaß beim Ausprobieren!

App des Monats:
21 Days Challenge

Es heißt, man brauche 21 Tage bis neue Verhaltensweisen zur Gewohnheit werden.

Diese schön gestaltete, englischsprachige App hilft einem dabei, gute Vorsätze dauerhaft umzusetzen. Dazu wählt man aus einer Vielzahl an Optionen die „Challenge“ aus, die man gern umsetzen will,

wie etwa sich gesünder zu ernähren, produktiver zu werden oder freundlicher und dankbarer zu seinen Mitmenschen zu sein und schon unterstützt einen die App dabei, diese Aufgabe 21 Tage lang zu meistern – ohne Stress und ohne Druck, sondern einfach nur inspirierend und motivierend.

Dabei lassen sich unter anderem Punkte sammeln, um seinen eigenen Avatar zu personalisieren, die tägliche Stimmung kann in einem Tagebuch festgehalten werden und es können ansprechende Wallpapers fürs eigene Smartphone gewählt werden.  
 
So wird jeder gute Vorsatz relativ schnell umgesetzt und schafft Platz für den nächsten.




Berufsvereinigung fŁr heilkundlich praktizierte Osteopathie, hpO.