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Der verhexte Schuss in die Lende - Lumbalgie (OSTEOPATHIE 12-2020)



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Ein wunderschöner Sonnentag im Spätherbst oder Winter bietet eine der seltenen Gelegenheiten, auf dem Berg, der Parkbank oder auf der gemütlichen Terrasse ein Getränk zu genießen. Doch beim Aufstehen schießt plötzlich ein überfallartiger Schmerz in den unteren Rücken. Die Augen möglicher Begleiter drücken abwechselnd Mitleid, Betroffenheit oder mühsam unterdrücktes Lachen aus.

Hexenschuss - der Begriff aus dem Volksmund beschreibt das Gefühl treffender als der Fachbegriff Lumbalgie. Doch was ist passiert?

Die plötzliche Muskelverhärtung entsteht oft nach ganz banalen Dreh-, Beuge- oder ruckartigen Bewegungen, die einen starken Schmerz meist in der unteren Wirbelsäule auslöst. Vorangegangen sind häufig längere Phasen reduzierter Bewegung, ungewohnte oder belastende Tätigkeiten, Temperaturschwankungen oder ein besonders stressiger Alltag. Der Körper schützt das wertvolle Rückenmark durch Muskelanspannung. Dummerweise verstärkt bei einer Lumbalgie genau diese schützende Muskelspannung den Druck auf die aus der Wirbelsäule austretenden Spinalnerven - der Körper hält mit weiterer Anspannung dagegen und löst so einen Teufelskreis aus.

Von der akuten Lumbalgie sind traumatische oder chronische Rückenschmerzen abzugrenzen - Bandscheiben- und Wirbelschädigungen, organische, rheumatisch-entzündliche oder tumoröse Ursachen müssen vom Facharzt abgeklärt werden.
 
Behandelt wird der akute Schmerz in der Regel mit schmerz- und krampflösenden Medikamenten oder Injektionen, Massagen, Wärmepackungen, manuellen Therapien oder teilweise mit „Einrenken“.

Der osteopathische Therapeut wird in erster Linie die verkrampften Muskelbereiche der so genannten Rückenstrecker suchen und eine schmerzstillende Dehnung oder Lockerung einleiten. Nicht selten sind bereits die Muskeln auf Höhe der Schulterblätter verhärtet. Also kann die Behandlung selbst weit entfernt von der Schmerzstelle eine Entlastung bewirken.

Häufig beschreiben Patienten eine Verschlimmerung der Schmerzen nach kräftigen Massagetechniken. Vermutlich liegt die Ursache an den überreizten Nerven des Plexus lumbalis, dem Nervengeflecht auf Höhe des Lendenbereichs, die sehr gut auf sanfte Unwinding-Techniken der Osteopathie ansprechen, bei denen das Gewebe vorsichtig Richtung Schmerzzentrum begleitet und so gelockert wird.

Auch die Behandlung des Zwerchfells lohnt sich, denn nicht selten sorgt Stress für eine Spannung des Oberbauchs und somit des Zwerchfells und der Bauchmuskeln - Schonhaltung, Organspannung oder Abflussstörungen des lymphatischen und venösen Systems unterhalb des Rippenbogens sind die Folge. Der osteopathische Behandler wird prüfen, ob primär das muskuläre System, die Organe oder das Nervensystem behandelt werden muss.


Was kann man selbst vorbeugend tun?

Wie immer sollte auf regelmäßige Bewegung, nicht zu langes dauerhaftes Sitzen und auf ein gutes Stressmanagement geachtet werden. Temperaturschwankungen und -unterschiede mag unser Körper nicht, also Vorsicht bei Autofahrten mit Klimaanlage oder auch nur geöffneten Fenstern an heißen Sommertagen. In der Übergangszeit reichen oft wenige Grad Unterschied zwischen der der Sonne ausgesetzten Hautfläche und den im Schatten liegenden Körperpartien. Beim Radfahren kann die Verwirbelung des Fahrtwinds die Muskeln des verschwitzen Rückens auskühlen, gleiches gilt bei Pausen während einer Wanderung.
 
Stress ist in unserer Welt kaum zu vermeiden, aber es kann helfen, seinen Körper genau zu beobachten. Wie atme ich während oder nach einer belastenden Situation - besonders das tiefe Ausatmen wird oft „vergessen“. Dadurch wird nicht nur das Zwerchfell unter Dauerspannung gesetzt, auch erhöht sich der Druck auf die Oberbauchorgane und insbesondere auf die Nieren und Nebennieren, die durch Stress meist sowieso schon belastet sind. Die zwangsweise folgende flache Atmung reduziert den Sauerstoffgehalt im Blut, was den Körper übersäuern lässt und für mangelnde Energie in Gehirn und Muskulatur sorgt. Also wieder ein Teufelskreis, dieses Mal aus Muskelübersäuerung, Energiemangel, Überforderung der Stressorgane Nieren-/Nebennieren mit folgender Verspannung der Umgebungsmuskulatur und Schmerzverstärkung der Lumbalgie.
 
Hat der Hexenschuss schon getroffen, heißt es vor allem: Ruhe bewahren. Angst erhöht das Stresslevel und bringt Schwung in den oben beschriebenen Teufelskreis. Das Schlüsselwort für Muskelentlastung heißt Wärme. Ob Heizkissen, Salbe oder die altbewährte Wärmflasche - Wärme am schmerzenden Lumbalbereich aber auch am Oberbauch (Zwerchfell) und zwischen den Schulterblättern kann eine deutliche Entspannung herbeiführen. Oft hilft die Stufen-Rückenlage, wobei die um 90° angewinkelten Beine mit den Unterschenkeln auf eine weiche Unterlage abgelegt werden. Aber Vorsicht: zu langes Liegen ist meist kontraproduktiv - es hilft eher ein kurzfristiger Wechsel aus vorsichtigem Gehen mit sanft schwingenden Armen, Sitzen und Liegen.
 
Sofern kein Trauma, Unfall, Sturz oder Schlag ursächlich war und keine erheblichen Vorerkrankungen vorliegen, können oben genannte Tipps bereits Entlastung bringen. Bei Taubheitsgefühl, Kraftverlust in Gesäß oder Beinen oder bei wesentlichen Vorerkrankungen wie Bandscheibenschäden, Operationen oder systemischen Erkrankungen sollte eine fachärztliche Untersuchung erfolgen. Steht die Diagnose Lumbalgie jedoch fest, dann können osteopathische Behandlungen schonend helfen - und das ganz ohne Medikamente oder Injektionen.
 
Sollten Sie Interesse an einer osteopathischen Untersuchung und Behandlung haben, so finden Sie hier eine Liste von qualifizierten Therapeuten auch in Ihrer Nähe: www.hpo-osteopathie.de/therapeutenliste

Fragen & Antworten zur Osteopathie

Frage: Muss ich etwas Bestimmtes zur ersten Behandlung mitbringen?
 
Antwort: Immer wieder taucht bei der ersten Terminvereinbarung am Telefon die Frage auf, ob zur ersten Behandlung etwas Bestimmtes mitgebracht werden muss. Wir möchten diese Frage hier gerne einmal beantworten.

„In der ersten Sitzung geht es darum, dass Ihr osteopathischer Behandler Sie und Ihre Gesundheits- sowie Krankengeschichte kennenlernen kann. Manchmal hilft es dabei, wenn Sie eine Liste mit Medikamenten, die sie aktuell einnehmen, mitbringen.

Auch eine chronologische Auflistung von (durchgemachten) Krankheiten, Unfällen und Operationen kann als Gedankenstütze dienen. Liegen bereits ärztliche Befunde vor, wie zum Beispiel fachärztliche Diagnosen, OP-Berichte, MRT- oder Röntgenbefunde? Dann können Sie diese auch zum ersten Termin mitbringen.

Neben medizinischen Befunden ist in der ersten Behandlung aber ein Gespräch auf Augenhöhe wichtig. Hier können Behandler und Patient auch einmal auf den medizinischen Fachjargon verzichten und Sie können frei erzählen, wie es Ihnen geht, wie Sie sich fühlen und in welcher sozialen oder Arbeitssituation Sie sich gerade befinden.

Falls Ihre Krankenkasse osteopathische Behandlungen bezuschusst, erkundigen Sie sich am besten vorher dort, was Sie für die Bezuschussung benötigen. Meistens ist ein ärztliches Privatrezept, das vor Behandlungsbeginn ausgestellt wird, notwendig.

In manchen Praxen werden Sie bei der Terminvereinbarung gebeten, ein großes Handtuch als Unterlage für die Behandlungsbank, mitzubringen. Für den Fall, dass Sie dies vergessen, sind aber sicher in jeder Praxis Ersatzhandtücher vorrätig.“

Haben auch Sie Fragen zur Osteopathie? Dann schreiben Sie uns an: newsletter@hpo-osteopathie.de

Tipps & Infos
Tageslicht in der dunklen Jahreszeit

Es ist natürlich nichts Neues, dass Tageslicht gut für Gesundheit und Wohlbefinden ist. Trotzdem ist es jedes Jahr in der dunklen Jahreszeit eine Herausforderung, genug abzubekommen.

Dabei hat Tageslicht mit seinem spezifischen Lichtspektrum und seiner Lichtstärke einen positiven Einfluss auf unseren Stoffwechsel, das Immunsystem, unsere innere Uhr und auch unsere Laune. Im Sommer wird im Körper zum Beispiel Vitamin D gebildet, wenn Licht auf die Haut trifft. Im Winter stabilisiert es den Schlaf-Wach-Rhythmus und das Gemüt. Für den Zusammenhang von innerer Uhr und Tageslicht interessiert sich die Wissenschaft schon lange Zeit. 2017 wurde sogar der Medizin-Nobelpreis für Forschungen zu diesem Thema verliehen.

Damit Sie auch im Winter täglich eine Portion Licht abbekommen, können Sie Ihre Mittagspause nach draußen verlagern. Auch an bewölkten Tagen hat das Tageslicht mittags noch genug Kraft. Vielleicht können Sie auch einmal eine Besprechung draußen abhalten (coronamaßnahmen-konform natürlich). Wenn Sie sich ausreichend bewegen und die richtige Kleidung tragen, ist das auch bei Kälte möglich. Und bei Bewegung unter freiem Himmel kommen einem oft die besten Ideen. Machen Sie Ihre Kaffeepause am geöffneten Fenster mit Blick nach draußen und nutzen Sie die Wochenenden, um tagsüber im Hellen raus zu kommen.

App des Monats:
NORAD tracks Santa

Die Geschichte dahinter geht so:
Weihnachten 1955 hatte ein kleines Mädchen aufgrund einer Anzeige in einem Lokalblatt versehentlich das Continental Air Defense Command (CONAD), heute North American Aerospace Defense Command (NORAD) angerufen, in der festen Überzeugung, es würde mit dem Weihnachtsmann sprechen.

Der diensthabende Kommandant reagierte geistesgegenwärtig und versicherte dem kleinen Mädchen, dass CONAD selbstverständlich den Weg des Weihnachtsmanns von seinem Zuhause am Nordpol rund um die Welt schützen würde.

Gesagt, getan: Seit den 1950er Jahren bewacht NORAD den Weg des Weihnachtsmanns und veröffentlicht dessen genaue Position auf seiner englischsprachigen Website und mittlerweile auch auf seiner App. Etwa 15 Millionen Besucher aus 200 Ländern verfolgen so jedes Jahr zwischen dem 1. und 24. Dezember wo genau der Weihnachtsmann sich gerade befindet und seine Geschenke abliefert.

Eine nette App, die bei Kindern für viel weihnachtliche Vorfreude sorgt.



Berufsvereinigung für heilkundlich praktizierte Osteopathie, hpO.