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Fersensporn ‚Äď Wenn jeder Schritt schmerzt (OSTEOPATHIE 2-2021)



Stichworte:Zelle, Gewebe, Gewebearten, Muskelgewebe, Nervengewebe, Bindegewebe, Knochengewebe, Fersensporn, Knochen, Zahnmaterial, Blutgef√§√üe, Ern√§hrung, Abtransport, Zellabf√§lle, S√§ugling, Sch√§delknochen, Gehirn, K√∂rpergewicht, Druckkr√§fte, Zugkr√§fte, Fehlbelastungen, √ľberlastet, Knochenvorsprung, Fu√üsohle, Achillessehne, Schmerzen, R√∂tungen, hei√üe Stellen, Einlagen, angepasste Schuhe, operative Entfernung, k√∂rperliche Belastung, Gleichgewicht, belastungsf√§hig, Unbeweglichkeit, Fu√üskelett, Blockade, Fixierung, Becken, fasziale Fixierung, Darm, Organ, kleines Becken, Kiefergelenk, untere Extremit√§t, optimale Belastung, osteopathische Behandlung

Heute fangen wir einmal ganz klein an: Die kleinste Baueinheit des Körpers ist die Zelle. Aus vielen gleichen Zellen entsteht Gewebe. Der Körper des Menschen besteht aus unterschiedlichen Zellen und verschiedenen Gewebearten: zum Beispiel MuskelgewebeNervengewebeBindegewebe oder Knochengewebe. Alle diese Gewebearten haben bestimmte Eigenschaften und Funktionen. In diesem Newsletter wollen wir uns das Knochengewebe einmal genauer ansehen und schließlich verstehen, wie ein Fersensporn entsteht und was man dagegen tun kann.

Knochen ist ein lebendiges Gewebe

Knochen ist, nach Zahnmaterial, das härteste Gewebe im menschlichen Körper. Schnell kann hier der Eindruck entstehen, dass Knochengewebe einem Stein gleicht und es keine Lebendigkeit aufweist. Aber Knochengewebe ist vitales, lebendiges Gewebe.

Es verfügt über viele Blutgefäße, die die Ernährung und den Abtransport von Zellabfällen gewährleisten. Ständig wird Knochengewebe ab- und wieder aufgebaut. Das ist für den Körper sinnvoll. Menschen sind flexible, anpassungsfähige Lebewesen. Auch Knochengewebe kann sich verändernden Lebensbedingungen anpassen. Dies sehen wir zum Beispiel im Laufe eines Lebens. Beim Säugling sind die Knochen noch weich. Die Schädelknochen sind an den Fontanellen geöffnet, damit das Gehirn ungestört wachsen kann. Der Säugling wächst und die Knochen wachsen mit. Je mehr Körpergewicht sie tragen müssen, desto fester wird schließlich das Gewebe. Überall dort, wo hohe Druck- oder Zugkräfte im Körper aufkommen, bildet sich das harte Knochengewebe kräftig und belastbar aus.


Fehlbelastungen können zu einem Fersensporn führen

Nicht immer geht die Entwicklung so problemlos weiter wie beim Säugling. Im Laufe des Lebens können auch Fehlbelastungen und –beanspruchungen des Körpers entstehen. Ständig gleiche Bewegungsabläufe, viel Körpergewicht, falsches Schuhwerk oder wenig körperlicher Ausgleich können zum Beispiel dafür sorgen, dass die Füße überlastet sind. Geschieht dies über eine lange Zeit, reagiert der Körper mit der Ausbildung von Knochengewebe an den belasteten Stellen. Denn erinnern wir uns: Wo Zug- oder Druckbelastungen groß sind, bildet sich Knochengewebe aus. Ein Fersensporn, ein Knochenvorsprung am Fersenbein, kann entstehen. Dieser ist also eigentlich der Versuch einer Problemlösung des Körpers. Der Fersensporn bildet sich entweder an der Fußsohle oder als oberer Fersensporn oberhalb des Fersenbeins in Richtung Achillessehne. Leider führt der Knochensporn aber oft zu Schmerzen. Typisch sind stechende Schmerzen bei den ersten Schritten am Morgen oder nach längerem Sitzen oder Liegen, als wäre man in einen Nagel getreten. Rötungen und heiße Stellen im Bereich des Fersensporns sind ebenfalls häufig zu finden. Nach einiger Zeit kann der Schmerz auch bei jedem Schritt auftauchen und einem Bewegung gründlich verleiden.

Die Medizin hält einige Maßnahmen zur Besserung der akuten Schmerzen bereit: Einlagen, angepasste Schuhe oder auch eine operative Entfernung des Fersensporns.

Osteopathie geht den Ursachen auf den Grund

Der osteopathische Ansatz beim Fersensporn konzentriert sich auf die Frage: Warum ist der Körper im Fußbereich überlastet? Es ist klar, einseitige arbeitsbedingte körperliche Belastung kann die Osteopathie nicht abschaffen. Aber sie kann dem Körper wieder zu einem mechanischen Gleichgewicht verhelfen. Wenn alles im Körper gut beweglich ist, ist dieser belastungsfähiger und kann auf körperliche Ansprüche flexibler reagieren.
Die Fehlbelastung kann mit einer Unbeweglichkeit von einem der vielen Knochen, die das Fußskelett bilden, beginnen. Der Fuß besteht aus 26 Knochen, die untereinander gelenkig verbunden sind. Es kann also an vielen Stellen im Fuß zu Blockaden kommen.

Häufig findet sich auch eine Fixierung im Becken. Wer den Newsletter schon einige Zeit verfolgt, für den ist es nicht neu: So eine Festigkeit des Beckens kann zum Beispiel aus faszialen Fixierungen des Darms oder eines anderen Organs im kleinen Becken resultieren. Auch hängen Becken und Kiefergelenk funktionell eng zusammen, obwohl sie auf den ersten Blick weit voneinander entfernt scheinen. So kann es sein, dass in der osteopathischen Praxis bei einem Fersensporn Ihr Kiefergelenk behandelt wird und Ihrer unteren Extremität vielleicht kaum Beachtung geschenkt wird. Der Körper soll insgesamt wieder in ein Gleichgewicht kommen, das eine optimale Belastung des Fußes ermöglicht.

Ob sich dadurch das Knochengewebe des Fersensporns wieder zurückentwickelt?
Das wissen wir in der Osteopathie leider auch noch nicht genau. Sicher braucht es eine längere Zeit, bis dies der Fall sein kann. Es kann aber auch ein Erfolg sein, wenn Sie weniger oder keine Schmerzen mehr haben, weil der Fuß nach der Behandlung anders belastet wird.

Wenn Sie eine osteopathische Behandlung bei Fersensporn ausprobieren wollen, schauen Sie doch einmal auf dieser Liste nach, ob Sie eine*n qualifizierte*n Therapeut*in in Ihrer Nähe finden: www.hpo-osteopathie.de/therapeutenliste

Fragen & Antworten zur Osteopathie

Frage: Roman P. aus Berlin fragt: "Gibt es eigentlich eine osteopathische Empfehlung zum Thema Fasten?"
 
Antwort: "Lieber Roman, gerade vor Ostern hat das Fasten für viele Menschen eine besondere Bedeutung. Dabei ist die Herangehensweise sehr variabel und geht von dem 16:8-Prinzip (16 Stunden fasten und in den verbliebenen 8 Stunden die Tagesration verzehren), über das Reduzieren bis hin zum Totalverzicht bestimmter lieb gewonnener, aber ungesunder Produkte (z.B. Alkohol, Zucker, Salziges, Fleisch und vieles mehr).
 
Wenn das Fasten harmonisch auf den Körper abgestimmt wird, kann es nicht nur den häufig überlasteten Organen, wie Leber, Bauchspeicheldrüse und Darm gut tun, es hilft auch, sich und seinen Köper (wieder) besser wahrzunehmen. Vielleicht fühlt man sich nach einer gewissen Zeit einfach kräftiger, munterer und im besten Fall reduzieren sich lästige Symptome, wie Blähungen, Sodbrennen, Stuhlprobleme oder sogar Hautauffälligkeiten.
 
Doch was hat das mit der Osteopathie zu tun? Eigentlich nur die Tatsache, dass auch der*die osteopathische Therapeut*in bei der Verbesserung der Körperbalance nicht nur die Gesundheit im Körper sucht, sondern zusätzlich das Verhalten und die Umwelteinflüsse des*der Patient*in mit einbezieht.

Dabei wird das Ernährungs-Rad nicht neu erfunden, sondern es gelten auch hier die vielfältigen Empfehlungen zu mehr Gemüse, Fisch, Meeresfrüchte und weniger Säugetierfleisch, Getreide-, Milch- und Industrieprodukten. Nicht zu viel, nicht zu häufig und mit der entsprechenden „Esshygiene“. Damit ist ausreichendes Kauen, bewusstes Schlucken und sinnliches Einlassen auf das schmackhafte Gericht gemeint.

Denn für das Verdauen der Speisen brauchen wir den nährenden und beruhigenden Parasympathikus und nicht den Sympathikus, der bei gleichzeitigem Arbeiten (z.B. Telefonieren, Mail- oder Smartphone-Lesen), Hektik, Ärger (z.B. negative Gespräche, Nachrichten) aktiv ist.

Vielleicht bietet diese besondere Zeit sogar Gelegenheit, in ein gutes Rezeptbuch zu schauen und interessante Gerichte selbst auf den Tisch zu bringen. Viel Erfolg und Spaß dabei…!“

Haben auch Sie Fragen zur Osteopathie? Dann schreiben Sie uns an: newsletter@hpo-osteopathie.de

Tipps & Infos
Kein Bock auf Rücken? Entdecke Rückenschule 2.0!

Das ist das Motto des diesjährigen Tags der Rückengesundheit, der jedes Jahr am 15. März stattfindet.

An diesem Tag werden - auch online - Workshops, Vorträge und Mitmachaktionen zum Thema Rückengesundheit angeboten.

Auch Rückenschulen finden an dem Tag statt. Und das bedeutet schon lange nicht mehr nur gezielte körperliche Übungen und das Erlernen von rückenfreundlicher Bewegung. Auch geistige Ausgeglichenheit und Entspannung gehören zur Rückenschule.

Schauen Sie doch einmal, ob auch in Ihrer Nähe eine Aktion stattfindet und nehmen Sie Ihren kleinen inneren Schweinehund direkt mit. Auch der kann mal etwas für seine Rückengesundheit tun, finden wir.

Infos finden sie zum Beispiel auf der Homepage der Aktion gesunder Rücken e. V.: www.agr-ev.de/de/tag-der-rueckengesundheit

Unsere App-Empfehlung:
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Endlich kommt der Frühling und mit ihm das Grün, die Blumen und die zwitschernden Vögel.

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Berufsvereinigung fŁr heilkundlich praktizierte Osteopathie, hpO.