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Nacken und Halswirbelsäule - wehe wenns klemmt (OSTEOPATHIE 8 - 2018)



Stichworte: Nacken, Kopfschmerzen, Schleudertrauma, Wirbel, Bandscheiben, Halswirbelsäule, Kehlkopf, Schilddrüse, Kopf , Schulter, HWS, Unfall, sportliche Überanstrengung, muskuläre Verspannung, Extremitäten, Nebenwirkungen, medizinische Diagnostik, Arbeitsplatzergonomie, Brustraum, Kieferbereich, Sonnenschutzmittel, UV-A, UV-B, Lichtschutzfaktor, SPF, White Noise

Viele von uns kennen das: Der Nacken ist steif, schmerzt, lässt sich nur eingeschränkt bewegen und mitunter kommen dann auch noch die von Nacken und Schultern aufsteigenden Kopfschmerzen dazu. Noch schlimmer ist es, wenn man sich ein sogenanntes Schleudertrauma (Peitschenschlagsyndrom) eingefangen hat. Mitunter ist nicht nur der Nackenbereich betroffen, sondern strahlen die Schmerzen und Einschränkungen in den Schulter-, Arm-, Rücken- und Brustbereich aus.
Ein bisschen Anatomie
Der Hals-Nackenbereich besteht aus sieben Wirbeln, den Wirbelkörpern C1 (Atlaswirbel), C2 (Axiswirbel) und den Halswirbeln C3 bis C7. Diese werden durch zwischenliegende Bandscheiben gepuffert. Auf dem obersten Halswirbel (Atlas) sitzt der Schädel.

Die Halswirbelsäule und der Kopf werden durch eine Vielzahl von Muskeln, Sehnen und Bändern gehalten und stabilisiert.
Die Beweglichkeit der Halswirbelsäule wird zu einem großen Teil, vor allem in der Gesamtrotation, durch die Brustwirbelsäule ermöglicht.

Durch den Wirbelkanal der Halswirbelsäule wird ein Großteil der körperversorgenden Nerven vom Gehirn in die restliche Wirbelsäule geführt. Die Blutver- und entsorgung für den Kopfbereich wird an oder in den Wirbelkörpern nach oben und unten geführt. Rechts und links am Hals finden wir die Karotisscheide, eine Faszienhülle, welche die Halsschlagader (Arteria carotis), die Drosselvene (Vena jugularis) und den Nervus vagus, als Teil des autonomen Nervensystems, führt. Im vorderen Bereich des Halses liegen Luft- und Speiseröhre mit dem Kehlkopf. Unterhalb des Kehlkopfs ist die Schilddrüse zu finden.

Die Halswirbelsäule ist stark bemuskelt, da sie den Kopf halten muss. Der Kopf einer erwachsenen Frau wiegt durchschnittlich zwischen 3200 und 3600 Gramm, der Kopf eines erwachsenen Mannes zwischen 3800 und 4100 Gramm. Große Schulter- und Halsmuskeln, wie der Kapuzenmuskel (Musculus trapezius) und der große Kopfwender (Musculus sternokleidomastiodeus) führen am Hals entlang nach oben zum Schädel und stabilisieren die Halswirbelsäule zusätzlich.

Der Nacken und der gesamte Halsbereich sind die Stütze für unseren Kopf, befähigen uns zu nicken, ein „Nein“ zu vermitteln und ermöglichten uns das sich Umsehen und Hinterherschauen. Werden Nacken und Halswirbelsäule (HWS) steif, erschwert uns das das Leben. Es gibt unzählige Ursachen, warum uns dieser Bereich des Körpers den Dienst teilweise oder ganz verweigert. Die berufliche Tätigkeit, Stress, Erkrankungen wie z.B. Husten, Erkältungen, Grippe, das sogenannte „Verliegen“, Bewegungen, die zu plötzlichen Verspannungen führen, Traumen, etwa durch Unfälle, Verkühlung und manchmal sportliche Überanstrengung.

Oft sind muskuläre Verspannungen des Hals- und Schulterbereichs für die Bewegungseinschränkungen und Schmerzen verantwortlich. Mitunter können auch „verrenkte Halswirbel“ oder ein „verschobener Atlaswirbel“ - also Wirbelkörper, die unter muskulär einseitiger Spannung stehen und deren kleine Wirbelgelenke blockiert sind - für die Probleme mit verantwortlich sein. Lokale Beschwerden im Nackenbereich können oft durch Wärme, schmerzlindernde und muskellösende Salben und Massagen gelöst werden. Wenn diese Maßnahmen versagen, kann die Osteopathie schnell und nachhaltig helfen.

Alles gemeinsam betrachten
Den Hals- und Schulterbereich sollte man bei Beschwerden nie isoliert betrachten. Denn die gesamte restliche Wirbelsäule hat Auswirkungen auf die Halswirbelsäule und die sie umgebenden Strukturen, ebenso wie die Extremitäten, der Beckenbereich, die inneren Organe, der Brustraum und nicht zuletzt der Kieferbereich und die Augen. Auch können organische Erkrankungen und Nebenwirkungen von Medikamenten als Auslöser in Frage kommen.

Bei immer wiederkehrenden Problemen im Nackenbereich sollte den auslösenden Ursachen nachgespürt und die medizinische Diagnostik zu Rate gezogen werden.

Die Arbeitssituation und -position sowie die Arbeitsplatzergonomie spielen nicht selten eine wichtige Rolle als Auslöser. Oft kann hier mit einfachen Mitteln, wie ergonomischen Tastaturen und Mäusen, angepassten Sitzmöbeln und / oder höhenverstellbaren Schreibtischen Abhilfe geschaffen werden.

Ihr osteopathisch arbeitender Arzt oder Heilpraktiker kennt diese Zusammenhänge und wird Ihnen so gut wie möglich helfen, die Auslöser für Ihre Nackenproblematik herauszufinden und zu lösen.

Bei wiederkehrenden oder anhaltenden Nackenschmerzen, einem steifen Hals oder nach Schleudertraumen kann die Osteopathie eine nachhaltige Lösung oder eine deutliche Verbesserung erreichen. Scheuen Sie sich nicht, sich an Ihren osteopathisch arbeitenden Therapeuten zu wenden. Eine Liste finden sie hier:  www.hpo-osteopathie.de/therapeutenliste

Fragen & Antworten zur Osteopathie

Frage: Sandra T. aus Olpe: "Woran erkenne ich einen guten Osteopathen?"

Antwort: "Liebe Sandra, dazu müsste man erst erläutern, was gut in diesem Zusammenhang bedeutet. Im Wesentlichen geht aber es um drei Dinge:

1. Der osteopathisch tätige Therapeut sollte über eine umfangreiche qualifizierte Weiterbildung in Osteopathie verfügen. Ist er Heilpraktiker nach Kriterien der Bundesarbeitsgemeinschaft Osteopathie, BAO, ist er Arzt nach Kriterien des European Register for Osteopathic Physicians, EROP. Eine solche qualifizierte Weiterbildung umfasst mind. 1350 Unterrichtseinheiten, bei Ärzten mind. 700 Unterrichtseinheiten.

2. Genauso wichtig ist es, dass der osteopathisch arbeitende Therapeut rechtssicher arbeitet. Dazu muss man wissen, dass Osteopathie Heilkunde ist und Heilkunde nur von Ärzten und Heilpraktikern praktiziert werden darf. Sonst greift im Falle eines Falles die Berufshaftpflichtversicherung nicht.

3. Und schließlich geht es auch um die Soft Skills, die soziale Kompetenz, der menschliche Aspekt: Nimmt sich mein Osteopath Zeit für mich, kann er zuhören, nimmt er meine Sorgen und Ängste ernst, macht er mir keine vagen Versprechungen, sagt er mir, wenn er fachlich nicht weiterkommt?
Osteopathen sind so unterschiedlich wie die Patienten, die sie behandeln. Wenn ich mit meinem Osteopathen menschlich nicht klar komme, dann sollte ich mir einen anderen suchen."

Haben auch Sie Fragen zur Osteopathie? Dann schreiben Sie uns an: newsletter@hpo-osteopathie.de
Tipps & Infos
Wissenswertes zu Sonnenschutzmitteln
Sonnenschutzmittel schützen vor ultravioletter Strahlung (UV): Kurzwelliges UV-B, das Sonnenbrand verursacht und langwelliges UV-A, das tiefer in die Haut dringt und diese altern lässt. Beide können Hautkrebs verusachen.

Was ist SPF?
Der Lichtschutzfaktor (LSF oder SPF) gibt an, wie stark der Schutz vor UV-B-Strahlung ist. Der UV-A-Schutz sollte immer ein Drittel davon betragen, also bei SPF 15: UV-A-Schutz 5. Achten Sie auf's UVA-Zeichen auf der Packung!

Wie wird geschützt?
Über UV-Filter, die chemisch oder physikalisch funktionieren. Chemische Filter wandeln die Strahlenenergie in Wärme um, physikalische (mineralische) Filter (Titandioxid, Zinkoxid) reflektieren die Strahlen.
  
Doppelter SPF, doppelter Schutz?
Nein, denn der Lichtschutzfaktor nimmt nicht linear zu: SPF 15 hält 93 %, SFP 30 hält 97 % und SPF 50 hält 98 % der UV-B-Strahlen ab. SPF 30 reicht daher in der Regel vollkommen aus.

Die Menge machts
Die aufgetragene Menge ist entscheidend. Bei einen durchschnittlichen Erwachsenen sollten das ca. 4 Esslöffel (34 g) für den ganzen Körper sein. Wer weniger aufträgt, reduziert seinen Schutz exponentiell!
 
Mehrfach eincremen
Die Wirkung der UV-Filter nimmt mit der Zeit ab. Wiederholtes Eincremen hält den Schutz aufrecht, verlängert aber nicht die maximal mögliche Aufenthaltsdauer unter der Sonne!

App des Monats:
White Noise
Vom Lärm genervt? Mit der White Noise App lassen sich Lärm und Nebengeräusche einfach ausblenden.

Sogenanntes Weißes Rauschen wirkt dabei als Lärmmaskierung und Störgeräusche werden als weniger aufdringlich empfunden.

Das Rauschen wird dabei mit einem aus 40 entspannenden Klängen kombiniert. Es kann sowohl bei störenden Außengeräuschen als auch bei Tinnitus eingesetzt werden und hilft beim Entspannen oder Einschlafen.

Alternativ kann auch anderfarbiges Rauschen eingestellt werden.

Die Timerfunktion sorgt dafür, dass sich der Klang automatisch nach einer bestimmten Zeit abschaltet.
Danke für Ihr Interesse an OSTEOPATHIE. Unser nächste Newsletter erscheint in vier Wochen.
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Redaktion: Sandra Hintringer, Sylvia Kleier, Christoph Newiger, Sandra Pucher, Christine Schreiber
V.i.S.d.P.: Christoph Newiger
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