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Osteopathie nach Operationen mit Vollnarkose (OSTEOPATHIE 9 - 2018)



Stichworte: Operation, Vollnarkose, Narkosemittel, Unterbewusstsein, Abgeschlagenheit, Kraftlosigkeit, Einschlaf- und Durchschlafstörungen, Herz-Rhythmusstörungen, Tics, Verspannungen, Lernstörungen, Kraniosakraler Rhythmus, Kraniosakrales System, Resilienz, osteopathisches Screening, Petersilie, Komoot

Schneller als es einem oft lieb ist, landet man in einer Operation. Als Notfall oder auch geplant, für die Anästhesie macht dies keinen Unterschied. Sicher jedoch ist, dass eine Vollnarkose vom menschlichen Körpersystem als immenser Stress empfunden wird. Welchen Anteil die Osteopathie dabei leisten kann, darum soll es in diesem Beitrag gehen.

Mit einer breiten Palette an Narkosemitteln möchte man den Betroffenen die Sache so angenehm wie nur möglich machen. Den Schmerz ausschalten, die Muskeln entspannen und die Schutzreflexe unterdrücken.

In dieser Hinsicht ist die Medizin hochentwickelt. Im internationalen Vergleich schneidet Deutschland mit über 10 Millionen Operationen pro Jahr in Sachen narkosebedingte schwere Zwischenfälle ziemlich gut ab. In nur 7,3 Fällen pro 1 Million Operierten kommt es zu ernsthaften Komplikationen. Dies ergab eine groß angelegte Studie der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) aus dem Jahre 2014.

Doch eine Sache lässt sich selbst mit den besten Medikamenten nicht ausschalten. Das Unterbewusstsein. Das ist immer präsent, filtert und sendet die den Körper umgebenden Reize zum Gehirn. Auch wenn wir, wie in einer Operation, tief schlafen.
Narkoseärzte nennen hier vor allem die hohe Schmerzkomponente und den entzündlichen Stress. Obgleich also die meisten Menschen Vollnarkosen sehr gut überstehen und Operationen manchmal lebensnotwendig sind, klagen dennoch viele unserer osteopathischen Patienten im Nachgang über verschiedenste Symptome, welche sich unmittelbar, teilweise erst Monate nach der Operation einstellen.
Welche Symptome werden uns zugetragen?
Die Liste ist breit gefächert und vor allem sehr lang. Am häufigsten wird uns von einer gewissen Abgeschlagenheit, Kraftlosigkeit berichtet. Die Leute kommen nach den Operationen nicht mehr so gut in ihre Form, wie sie es von vor dem Eingriff kennen. Weiterhin berichten sie uns von Einschlaf- und Durchschlafstörungen, Herz-Rhythmusstörungen, Tics wie zum Beispiel unkontrollierbares Augenzucken, Konzentrationsstörungen und Beeinträchtigungen des Erinnerungsvermögens. Weiterhin tauchen Verspannungen bis hin zu Schmerzen, psychische Phänomene, wie verstärkte Ängste, Weinerlichkeit, Nervosität oder auch aggressives Verhalten auf. Manchmal tauchen plötzlich Lernstörungen bei Kindern auf und manche berichten auch über Haarausfall oder verstärkte Hautprobleme. Vor allem Frauen nach Unterleibsoperationen äußern das Gefühl einer tiefen, jedoch rational kaum greifbaren Verletzung ihres weiblichen Zentrums, mit womöglich daraus resultierenden Störungen der Sexualität.

Wie können wir osteopathisch darauf Einfluss nehmen?
Neben dem Lösen struktureller Blockaden, nimmt die Normalisierung des Kraniosakralen Rhythmus in der postoperativen Behandlung einen großen Stellenwert ein. Denn genau dieser Rhythmus ist es, welcher häufig nicht mehr in seiner gewohnten Dynamik fließt und damit den Körper in einem Ungleichgewicht hält.

Was genau ist der Kraniosakrale Rhythmus?
Das Wort Kranio stammt von Cranium ab und bedeutet Schädel. Das Wort sakral stammt von Sakrum und bedeutet Kreuzbein. In Verbindung mit den das Gehirn und auch das Rückenmark umgebenden Hirnhäuten, bezeichnet man dieses System als Kraniosakrales System. Dieses erstreckt sich vom Schädel bis zum Becken.
Wie für jede Struktur im Körper suchen wir auch in diesem System nach guter Beweglichkeit oder besser ausgedrückt, nach einer fließenden Bewegung, dem eigenen Puls, welcher naturgegeben unabhängig vom Herzschlag, in jedem Menschen existiert. Dieser Kraniosakrale Rhythmus ist beim Auflegen der Hände, an jeder Körperstelle tastbar. Ein gesunder Körper schwingt gleichmäßig, dynamisch, weit, offen, pulsierend.
Nach sehr belastenden Situationen wie eben einer Vollnarkose, zieht sich dieses System, sich selbst schützend, zusammen. Möchte man Bilder sprechen lassen, trifft es der eingerollte Igel ziemlich gut. Ein Ausdruck von Stagnation, Festigkeit, Starre wird deutlich, häufig begleitet von den oben genannten oder auch anderen Symptomen.
Warum dies bei dem einen und beim nächsten vielleicht nicht geschieht, ist noch nicht hinreichend geklärt. Vermutet werden auf alle Fälle die Umstände, welche uns Menschen umgeben. Begonnen bei Diagnosestellung, über den Ablauf des Eingriffs, die Betreuung während der Krankenhausphase, das eigene soziale Umfeld und auch die eigene Resilienz. Also die Widerstandsfähigkeit, welche sich trainieren lässt.
Haben Sie solche Symptome bei sich auch beobachtet? Kennen Sie Menschen in Ihrem näheren Umfeld, welche sich nach Operationen stark verändert haben? Zögern Sie nicht, teilen Sie gern diese Information oder besuchen einen unserer vielen Kollegen. Eine Liste finden Sie hier: www.hpo-osteopathie.de/therapeutenliste

Fragen & Antworten zur Osteopathie

Frage: Julia M. aus Bonn fragt: "Wann sollte ich mit meinem Säugling zum Osteopathen gehen?"

Antwort: "Liebe Julia, viele Eltern stellen ihre Kinder zum Screening in der osteopathischen Praxis vor. Das heißt, auch wenn es keine besonderen Auffälligkeiten gibt, lassen sie einen osteopathisch arbeitenden Arzt oder Heilpraktiker einmal ihr Baby anschauen und checken, ob aus osteopathischer Sicht alles in Ordnung ist.
 
Dabei ist es wichtig zu wissen, dass ein osteopathisches Screening nicht die Gesundheitsuntersuchungen (U1-U9, J1) beim Kinderarzt ersetzt!
Ein osteopathisches Screening kann gut um die 6. Lebenswoche herum stattfinden. In dem Alter haben Eltern und Kind sich meist schon gut kennengelernt und erste Routinen miteinander entwickelt. Körperliche Muster, die eventuell die Entwicklung ihres Babys erschweren könnten, sind ab diesem Alter gut erkennbar und behandelbar.
 
Manchmal gibt es auch vorher schon Schwierigkeiten in der Entwicklung. Sollte ihr Kind in den ersten Wochen zum Beispiel viel Schreien, schlecht schlafen, Probleme beim Trinken haben oder irgendwie schief aussehen, können sie natürlich auch vorher schon einen Termin in der osteopathischen Praxis vereinbaren.
 
Wir erleben in der Praxis auch immer wieder, dass Eltern ein sehr gutes Gefühl dafür haben, wenn mit ihrem Kind “irgendetwas nicht stimmt”. Dieses Gefühl kann sich zu unterschiedlichen Zeiten in der Entwicklung ihres Kindes einstellen. Auch dann sollten sie nicht zögern und können osteopathische Hilfe in Anspruch nehmen."

Haben auch Sie Fragen zur Osteopathie? Dann schreiben Sie uns an: newsletter@hpo-osteopathie.de

Tipps & Infos
Entwässerung und Hautgesundheit

Ein altbekanntes Würzkraut, als Tee aufgebrüht, unterstützt die Entwässerung und verbessert das Hautbild: die Petersilie.

Sie wirkt straffend und durchblutungssteigernd und unterstützt damit die Regenerationsfähigkeit der Haut.

Ein Esslöffel frische Petersilie (kraus oder glatt) auf eine Tasse mit kochendem Wasser aufbrühen und ca. 5 Minuten ziehen lassen. Zwei Tassen täglich verbessern die Entwässerung und das Hautbild.

Ein Umschlag mit Petersilienblättern, z.B. an den Unterschenkeln, unterstützt zusätzlich.
App des Monats:
Komoot

Wer für die anstehende Wanderzeit Touren in der Natur plant, ist mit Komoot bestens versorgt. Die Outdoor-App hilft bei der Tourenplanung, ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Mountainbike.

Mit Komoot lassen sich, passend zur jeweiligen Sportart, die besten Touren planen und neue Routen entdecken.

Die Navigation erfolgt über gesprochene Anweisungen. Die App lässt sich mit den meisten Fahrradcomputern integrieren.

Zu jeder Route gibt es eine exakte Oberflächenanalyse und ein genaues Höhenprofil. Touren oder Regionen können heruntergeladen und als Offline-Karten genutzt werden.

Die erste Region ist kostenlos, weitere Regionen sind für je 3,99 EUR erhältlich.

Wer viel reist, kann über eine einmalige Zahlung alle Regionen freischalten lassen.
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